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„Galicien – Land der 1.000 Flüsse“

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„A Coruña – Corme – Camariñas – Corcubión – Muros“

A Coruña

Nach der Biskaya Überfahrt erfüllen wir uns den Wunsch und liegen fast eine Woche vor Anker in einer weitläufigen Bucht direkt vor den Toren von A Coruña. Unser Blick fällt auf einen großen Strand, Pinienbäume und Felsen die Stadtkulisse mit dem Trubel ist aber fernab. Wir genießen die Zeit mit kleinen Ausflügen an Land inbegriffen Strand, Spielplatz, Restaurantbesuchen mit super leckerer galicischer Küche zu fairen Preisen. An zwei Abenden sitzen wir gemeinsam mit der Crew von der Colette in der Plicht und haben eine nette Runde bei Wein, Meeresrauschen und Mondschein. Am 26. Juli feiern wir ein Geburtstagskind, unser Tim wird 4 Jahre alt. Wir verbringen den Geburtstag auf dem Schiff und an Land. Alle lieben Menschen aus der Heimat melden sich. Sogar der Kindergarten ruft per Whats App an. Ein großes Danke an Alle. Tim hat sich sehr gefreut aber vermisst auch alle ein wenig. Dennoch hatten wir einen schönen Tag. An diesem Abend durchkreuzen Tümmler die Bucht. Ein perfekter Ausklang.

Nach 5 Tagen beschließen wir in den Hafen zu fahren, um unsere Vorräte aufzufüllen, Wäsche zu waschen, Wasser zu bunkern und unseren Motor mit Diesel zu füttern. Wir schlendern durch A Coruña mit einem Eis auf der Hand. Ein beeindruckendes Rathaus, enge Gassen, Tapasbars, Restaurants und Promenade. Es ist eine sehr nette Stadt. Am nächsten Tag müssen wir zum Bootsausstatter Ersatzteile für Tims Schwimmweste besorgen und einen neuen Kescher, da seiner ins Wasser gefallen ist und dicke Krokodilstränen kullern. Wir geben zu, die Stadt hat sicherlich noch mehr Aufmerksamkeit verdient aber mit den Kids ist es doch für alle recht anstrengend und laut. Ebenso haben wir im Hafen starken Schwell, dass es uns weiterzieht.

Corme

Donnerstag, 29. Juli 2021 fahren wir unter traumhaften Segelbedingungen weiter. Die nächsten Wochen wollen wir uns Zeit nehmen, denn Galicien ist ein beeindruckendes Segelrevier und durch seine Rias (übersetzt Flüsse) ganz besonders. Diese Flüsse durchqueren die gesamte Region vom bergigen Inland bis zur Küste. Für Segler ideal, da Sie meist vor der Atlantikwelle Schutz bieten.

Sonne, blaues Meer, der passende Wind. Entlang an einer grünen felsigen Küste. Nach 36 Seemeilen kommen wir in Corme an. Ein bezaubernder Ankerplatz vor weißen Sandständen mit kleinem authentischem Fischerdorf. Touristen sind hier Fehlanzeige. An Land gönnen wir uns leckere Galicische Speisen. Überbackene Jakobsmuscheln und ein Glas Alberiño (landestypischer Weißwein).

Den 30. Juli gedenken wir meinem Papa. Nun ist es 3 Jahre her, dass er von uns gegangen ist. Er hatte viel für Boote übrig und das südliche Leben mit all seinen Genüssen. Er hätte hier auch viel Freude gehabt und wäre sicherlich stolz auf uns.

Camariñas

Zu groß ist die Neugier auf unser nächstes Ziel, somit fahren wir nach 2 Tagen weiter. Die Segel haben Sendepause. Die Sonne scheint, das Meer ist blau und somit schippern wir die Küste entlang. Der Ria ist mit einer der schönsten Galieciens. Wir ankern in einer großen Bucht mit Blick auf Camariñas, direkt vor einem Felsenabschnitt der mit Nadelbäumen bewaldet ist. Zwei Sandstrände säumen das Ufer mit einem Spielplatz inbegriffen. Die Bucht ist gut gefüllt mit Seglern aus Schweden, Frankreich und ein deutsches Boot. Am kommenden Tag gehen wir an Land und genießen einen Spaziergang bei Sprühregen. Das spart die Dusche. Das Wetter ist leider nicht einladend und der Ort haut uns auch nicht aus den Socken. Uns zieht es weiter gen Süden.

Corcubión

Am nächsten Tag wollen wir das berühmt berüchtigte Cap Finisterre auch „das Ende der Welt“ genannt  und in unmittelbarer Nähe zum westlichsten Punkt Spaniens umsegeln. Früher kamen die Pilger an dieses Cap und sahen nur das endlose weite Meer und dachten hier sei die Welt zu Ende. Naja wie wir ja nun wissen ist dem nicht so. 😊 Das Cap ist nach 3 Himmelsrichtungen zur See offen, daher ist es ein anspruchsvolles Segelrevier durch Untiefen, Fallwinde / Böen von den Bergen, Nebel und beachtlichen Seegang. Daher sollte wieder gut geplant werden. Wir haben beste Bedingungen. Kaum Welle, Sonnenschein guter Wind für Schmetterlingssegeln. Als wir das Cap erreichen kommen die berüchtigten Böen, der Wind frischt auf und wir bekommen bis zu 27 Knoten Wind. Unsere Maupiti segelt speedy. Es macht richtig Laune aber wir bekommen auch gut Schräglage. Nach gefühlt einer halben Stunde ist alles ganz still, der Wind flacht ab, als ob nichts gewesen ist. Wir schippern durch den Ria und genießen. Das hat Spaß gemacht. Beim ankern frischt der Wind wieder richtig auf und wir haben keine rechte Lust bei dem Wind an Land zu fahren. Also verbringen wir den restlichen Tag am Boot mit schöner Kulisse auf den Ort und Strand. Am Morgen sind im Boot 12 Grad. Wo ist denn nur der Sommer hin? Uns zieht es weiter in das 17 Seemeilen entfernte Muros.

Muros

Die Segel dürfen sich ausruhen nach der anstrengenden Fahrt ums Cap und der Motor surrt. Gegen Mittag erreichen wir den authentischen kleinen Hafen Muros. Direkt vor dem Hafen sind große Muschelbänke. Wir können die Fischerboote beobachten wie Sie bergeweise die Muscheln an Land bringen. Grundsätzlich muss man jeden Hafen in Spanien vorher anfunken wenn man anlegen möchte. Aber um 13 Uhr Fehlanzeige. Keiner antwortet. Hier ist jetzt Siesta. Unser ganzer Tagesablauf hat sich verändert. In Galicien bekommt man in den Restaurants von 13 Uhr bis 16 Uhr Mittag und ab 21 Uhr dann Abendessen in den Zwischenzeiten ist die Küche kalt. Am Nachmittag sind die Bürgersteige hochgeklappt. Für uns mit Kindern alles noch etwas ungewohnt. Wir sind von dem Ort schon jetzt angetan, obwohl dicke Wolken Muros umhüllen und nasser Sprühregen uns ereilt. Das heißt einkuscheln und „O Ton“ Tim: „dann machen wir es uns gemütlich und schauen einen richtig richtig schönen Film“ Na gut, wenn das sein Wunsch ist. 😊

Am nächsten Tag wird geputzt und wir erkunden die Stadt. Zahlreiche Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants beleben den Ort. Kleine Gassen mit engen Straßen. Am Rathausplatz gönnen wir uns ein Mittagessen und Tim rennt mit anderen spanischen Kindern über den Platz. Die kommenden Tage wollen wir hier verweilen. Wir planen einen Ausflug nach Santiago. Das nächste Ziel sollen die Inseln im Naturschutzgebiet sein. Zum befahren benötigt man eine Erlaubnis und man muss seinen gewünschten Ankerplatz vorab anmelden. Die Permission haben wir beantragt aber die Antwort kann bis zu 2 Wochen dauern. Daher hetzt uns nichts.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Birgit Grötzschel

    Schöner Reisebericht! Aber ich wünsche Euch besseres Wetter.
    Lieber Tim, nun bist Du schon 4 Jahre alt. Nachtäglich alles Liebe und Gute zum Geburtstag!

    Liebe Grüße und Schiff ahoi, Birgit

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