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„Tschüss Holland – Vive la France!“

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„Dunkerque – Bologne Sur Mer – Cherbourg

Dünkirchen

Freitag, 02.07.2021 geht es für uns weiter und wir verlassen Ijmuiden Richtung Frankreich. Ein Seetag und eine Seenacht erwarten uns. Zu Beginn war es doch wieder recht kappelig und Mia verträgt es nicht so gut. Auch ich kämpfe wieder mit Seekrankheit. Der Körper braucht eben doch so seine Zeit bis er sich an alles hier gewöhnt. Später lacht die Sonne wieder, Meer und Welle sind recht entspannt und kein Wind. Der Motor arbeitet auf Hochtouren. Es können auch alle wieder essen. Mia ist wieder gut gelaunt nach einem ausgiebigen Schläfchen. Es kann sogar unter Deck gespielt werden. Als die Nacht einbricht verhole ich mich mit beiden Kids in die Koje. Bei Nacht, mit den Motorengeräuschen, den Schiffsbewegungen ist es noch alles recht ungewohnt. Beide Kids brauchen viel Nähe. Tobias fährt die ganze Nacht durch. Er ist auf Hochspannung. Es ist super anstrengend. Viele Untiefen, Strömung und Container Schiffe die kreuz und quer fahren. Eine herausfordernde Nacht aber der Skipper meistert es mit Bravour und wird mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt. Wir erreichen Dünkirchen. Jippii wir sind in Frankreich. „Vive La France“

Beim Anleger werden wir gleich ganz nett von der Hafenmeisterin begrüßt und eingewiesen. Hier bleiben wir jetzt auch eine ganze Weile und warten das passende Wetter ab. Während daheim alle  den Sommer genießen haben wir noch immer 16 Grad und teilweise regnerisch. Der Sommer lässt bei uns noch auf sich warten. Wir nutzen dennoch die Zeit für Spaziergang an der Strandpromenade, Einkaufen, Wäsche waschen, lecker französisch speisen, morgens frisches Baguette und Croissants. Wir besuchen das Meeresmuseum mit einem alten Großsegler und Leuchtfeuerboot. Die Stadt hat eine große historische Bedeutung und ist bekannt für Ihre „Schlacht von Dünkirchen“ 1940. Zahlreiche historische Gebäude. Die Wege vom Hafen sind recht weit. Daher hat Tim in 4 Tagen schon mal gut 44.000 kleine Schritte getabbelt.

Boulogne Sur Mer

Sonntag, 08. Juli geht es wieder auf’s Meer hinaus. Ein toller Tag auf See. Sonne und blaues Wasser. Tim entdeckt sogar 2 Robben und einen Delfin. Das sind die Freuden die unschlagbar sind. Wir segeln an Calais vorbei. Zahlreiche Fähren passieren uns. Die Küste von Frankreich ist schön anzusehen. Allen geht es gut und sind guter Laune. Unser bester und treuer Freund der Motor, bringt uns wieder gut voran. Vor der Einfahrt von Boulogne Sur Mer kreuzen mehrer alte große Segelschifft. Spektakulär anzusehen. Mit festlicher Musik werden wir begrüßt. Genau an den Tagen ist Mitten am Hafen ein traditionelles Hafenfest. Perfekt. Alle kommen auf Ihre Kosten. Tim vergnügt sich in einer Hüpfburg und wir essen hausgemachte Stockfischbällchen. Der Hafen ist etwas irre. Hier hat es einen Höhenunterschied von bis zu 6 Metern Tide. In dem Ort gibt Europas größtes Meeres Aquarium mit großen Mantas. Wir stellen uns schon wieder auf einen längeren Aufenthalt ein. Bis ich am nächsten Tag mit der Crew von der „malwieder“ ins Gespräch komme. Diese haben wir bereits in Cuxshaven entdeckt. Es stellt sich heraus, dass Sie ein „Verbund“ von 3 Segelbooten sind und am Nachmittag aufbrechen wollen. Sie haben den gleichen Weg. Tobias fackelt nicht lang und sagt wir sollten uns mit auf dem Weg machen. Denn der nächste Törn wird wieder eine Nachtfahrt und da macht es sich immer ganz gut wenn man im Verbund fährt. Die Crew’s der Boote sind super nett. Über Funk sind wir im Gespräch. Somit werden wir vor einem schwimmenden Container gewarnt, was sich als eine riesen Kühltruhe herausstellt, Fischernetze oder Fischerboote. Ein angenehmer Seetag nur etwas grau. Ab Mitternacht übernimmt wieder Tobias und fährt die Nacht durch. Es ist wohl mega entspannt und über Funk halten sich die Crews regelmäßig auf dem Laufenden. Das hält wach und gibt noch mehr Sicherheit. Eine Ablöse meinerseits wird nicht gewünscht. Also kuschel ich mich wieder zu den Zwergen. 7 Uhr erwachen alle und der Tag geht so dahin.

Cherbourg

Am Nachmittag erreichen wir Cherbourg die Normandie. Eine angenehme Überfahrt und alle haben es schon besser gemeistert als zuvor. Beeindruckend durch die riesige Hafeneinfahrt mit der riesigen Festungsmauer und einem großen hallenartigen Gebäude. Später stellt sich heraus, dass hier ein Museum ist, mit dem größten Atom-Uboot was zu besichtigen ist. In Cherbourg hat die Titanic zum letzten Mal angelegt bevor Sie auf Ihre Überfahrt nach Amerika war und das große Schicksal sie ereilte. In dem Museum wird alles nachgestellt von der Titanic und schöne Aquarien begeistern unsere Kinder.

Beim anlegen werden wir schon von unserer Segel Community in Empfang genommen. Alle sind sich einig, dass es eine gute Überfahrt war. Wir machen noch einen Spaziergang und entdecken endlich die ersten Palmen. Mediterranes Flair. Nur die Temperaturen stimmen nicht überein mit 17 Grad und voran gegangenen Regenguss. Wir belohnen uns mit einem super leckeren Dürüm und Mia bringt Tobias ins Bett. Hier hat jemand Nachholbedarf an Schlaf. Am nächsten Tag werden wir von den Seglern auf ein treffen eingeladen. Es stellt sich heraus, dass alle den gleichen Weg haben Richtung Süden in den Sommer. Sie sind wie wir im Trans-Ozean-Verein. Daher kennt man sich und tauscht sich aus. Die nächsten Tage nutzen wir wieder zum Erholen, Einkaufen, Wäsche waschen, Spielplatz Besuche und Stadtbummel durch ein wirklich schönes Städtchen mit kleinen Gassen, hübschen Geschäften, Kirchen, Marktplätzen, netten Cafés und Restaurants. Tim freut sich über Karussell fahren und wünscht sich Muscheln zum Essen. Sein Wunsch ist uns Befehl. So genießen wir einen netten Restaurant Besuch. Selbst Mia verspachtelt die Miesmuscheln mit Genuss.

Wir tauschen uns mit den anderen aus und sprechen mit unserem persönlichen Berater Frank zu Wind und Wetter wann die nächste Weiterfahrt machbar ist. Wir müssen mit viel Strömung rechnen und sollten wirklich den passenden Wind abwarten, sonst haben wir keine Freude. Wir bereiten uns auf die große Überfahrt der Biskaya vor. Da sollte alles gut bedacht sein und eine konstante Wetterlage. Daher bleiben wir noch ein paar Tage. Am 14. Juli erleben wir den National Feiertag der Franzosen. Mit Parade und Feuerwerk direkt am Hafen. Tim darf zum ersten Mal ein Feuerwerk erleben und mit wach bleiben. Er freut sich wie ein Kullerkeks. Am 15. steht der nächste Geburtstag von Oma Marianne an. Somit haben wir stets unsere Highlights an Board.

Wir sind stolz es schon so weit geschafft zu haben. 785 Seemeilen hat die Maupiti bezwungen. Wir haben viel erlebt und gesehen. Unser neues zu Hause, unser Boot, fühlt sich sicher und gemütlich an. Es fehlt an nichts. Es ist eine Herausforderung alles unter einen Hut zu bekommen mit den Kids und die Planung der Tour. Die Sicherheit muss immer gewährt sein und eine glückliche Crew macht das Reisen wesentlich einfacher. Wir leben uns in den Bordalltag langsam ein. Tim vermisst seine Kumpels.  Leider haben wir bis dato noch keine Kinder getroffen. Erfahrene Segler sagen uns, dass es besser wird und wir auch Familien treffen werden. Das wünschen wir uns sehr für Tim. Mit seinen fast 4 Jahren ist das soziale Umfeld doch schon von großer Bedeutung. Mia verspürt jetzt großen Bewegungsdrang und krabbelt viel, klettert die hohen Treppenstufen, steht an Couch und ist neugierig auf alles was um Sie herum passiert.

Wir möchten auch nochmal Danke sagen, an alle Eis Spenden und all unsere „Verfolger“. Es macht große Freude zu wissen, dass wir euch begeistern können und Ihr bei uns seid mit euren Gedanken. Das motiviert. Danke!

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Marc Juffart

    Hallo. Ich bin ganz gerührt von Euren Erlebnissen. Danke für die Bilder die ausführlichen Berichte. Bleibt auf Gesund und auf Kurs. Wir vermissen Euch. Liebe Grüße den Landratten.

  2. Jessica Schmidt

    Alles gute zum Geburtstag liebe Marianne!

  3. Stefanie Post

    Liebe Wassermänner*innen und *chen, wie schön von euch zu lesen und zu hören, dass es euch gut geht und was für tolle Sachen ihr erlebt. Ich bin in Gedanken bei euch. Liebe Grüße aus der Heimat, Steffi

  4. Birgit Grötzschel

    Dank Eurer schönen Törnberichte und der herrlichen Fotos ist man ja ziemlich nah bei Euch. Gutes Segelwetter auf Eurer weiteren Tour und herzliche Grüße aus Radebeul, Birgit

  5. Jens Laewen

    Eine tolle Tour habt ihr da! Viele liebe Grüße aus der Heimat und bleibt gesund.

  6. Sabine Rickmann

    Toll,dass Ihr alles so gut meistert,und alle Ihren Spaß haben,wir lesen immer Euren Blog und sind in Gedanken bei Euch!Peter und Sabine

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