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„Galizien – Im Bann der Rías“

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„Ría de Arousa – Ría de Pontevedre – Ría de Vigo

Jetzt tingeln wir seit über 2 Wochen durch die Rías. Es ist einfach zu reizvoll, vielfältig und ein so entspanntes reisen. Wir machen kurze Törns und ankern viel. Dennoch erleben und sehen wir viel auch wenn wir nicht viel „Strecke“ machen. Wir sind im Bann der Rías. Die Natur ist so vielfältig. Die Strände mit weißem Sandstrand und türkisfarbenen Wasser, die kleinen Ortschaften bieten eine tolle Kulisse bei Tag und Nacht mit Ihren Lichtern. Endlich ist auch bei uns der Sommer und wir haben heiße Temperaturen, blauen Himmel und Sonnenschein, nur das Wasser mit 17 Grad ist dann doch etwas frisch.

Vom Ría de Arousa geht es in den Ría Pontevedra. Wir ankern vor dem Ort Combarro. Wir haben die nächsten 3 Tage viel Wind, daher sind die Ausfahrten mit dem Dingi doch etwas beschränkt. Das einzigartige Dorf mit seinen Steinhäusern der Fischer und den bepflanzten Steinbalkonen, engen kleinen Gassen und den Hórreos (rechteckige Speicher aus Stein, wo früher die Vorräte gelagert worden und das Ungeziefer abhalten sollte) lassen diesen Ort etwas ganz Besonderes sein. Von unserer Ankerbucht aus schauen wir auf die Isla Tambo. Sie sieht so schön aus mit Ihrem kleinen weißen Sandstrand ohne Menschen. Tim möchte so gern an den Strand und sein kleines Schlauchboot ausprobieren. Als wir anlanden wissen wir auch warum hier keine Menschen sind. Die Insel ist militärisches Sperrgebiet. Es ist aber so paradiesisch, dass wir dennoch verweilen. Mit uns 3 Kajak Fahrer. Naja dann kann es nicht so verboten sein. Tim ist so happy und spielt auf den Felsen und im weißen Sand. Ich bin einfach nur beeindruckt von der Schönheit. Die Kulisse wird durch die springenden Delfine kitschig in Szene gesetzt. Tobias ist etwas angespannt, da schon ein kleines Flugzeug über uns fliegt. Es dauert nicht lang, da lauert uns ein Marineboot auf. Wir fahren mit dem Dingi zu dem Boot. Tim hat Angst, dass wir verhaftet werden. Der Offizier weist uns freundlich und bestimmt darauf hin, dass hier verbotene Zone ist. Wir entschuldigen uns und dürfen weiterfahren. Als Strafe werden wir auf der Rücktour durch die höhen Wellen pudelnass und kalt. Das war es uns dennoch wert.

Am nächsten Tag erwartet uns, ein ganz entspannter Törn bei super Wetter mit Delfinen in der Bucht. Der Wind spielt an diesen Tag etwas verrückt. Er kommt und geht. Wie ungerecht. Drei Tage zu viel Wind und heute kaum ein Lüftchen. Das macht das segeln schwierig. Egal es ist trotzdem schön. Wir ankern in der Praia Nudista de Barra. Langer Sandstrand mit Bergen im Hintergrund und es riecht nach Pinien und hunderte Nackedeiern.  Am Abend lichtet es sich, keine Menschenseele mehr, nur noch die Boote vor Anker. Es ist so schön ruhig. Am Tag Landgang mit Brombeeren naschen. Leider nicht Kinderwagen tauglich. Also muss Mia ab in die Trage. Ohje sie ist einfach zu schwer. Wir hätten wohl doch mal eine Krakse mitnehmen sollen. Per Whats App von Ralf (SY Mora) werden wir „vorgewarnt“, es kommen bald Boote mit Kindern zu uns in die Bucht. Er hat Sie schon in Muros gesichtet. Dem ist dann auch so. Wir lernen die SY Hetoki kennen mit 3 Kindern an Bord. Tim lernt jetzt mal ein anderes Boot unter Deck kennen und spielt eine Runde. Er ist total happy.

Die nächsten 2 Tage verbringen wir im Hafen von Cangas. Einkaufen, Wäsche waschen, tanken, Boot sauber machen und Wasser auffüllen. Spaziergang durch die Stadt, welche auch wieder super reizvoll ist durch die kleinen Gassen und die schöne Promenade am Wasser mit zwei mega Spielplätzen zur Freude unserer Kids. Danach sind wir noch einmal eine Nacht in der schönen Bucht de Barra und werden zum Kaffee und Kuchen bei der Hetoki eingeladen. Die Kids spielen und haben Freude. Es tut gut mal eine Familie zum Austausch zu haben.

Endlich ist es dann soweit. Die lang ersehnten „Islas Cíes“ warten auf uns. Diese Inseln stehen unter Naturschutz und für das Ankern benötigt man eine Reservierung für maximal 3 Tage. Am Wochenende war alles ausgebucht. Es ist nur eine kurze Überfahrt. Die Kulisse von den Inseln ist wirklich traumhaft. Der Strand soll zu einer der schönsten weltweit zählen. Wir haben traumhaftes Wetter. Eine erste Erkundung zu Fuß und wir bekommen atemberaubende Ausblicke wie im Bilderbuch. Auf der Insel gibt es drei Restaurants und ein Campingplatz. Sonst gibt es hier keinerlei weitere Infrastruktur. Wir gönnen uns ein Kaltgetränk an der Bar und am Abend baden wir in einer Art Lagune es ist zu schön. Einziger Haken an der Insel, hier werden im Sommer zahlreiche Tagestouristen mit Fähren angefahren und sie übersähen die Insel. Die Fähren fahren mit Vollspeed in die Bucht und wir bekommen den Schwell gut zu spüren. Es ist fast wir auf hoher See. Das trübt alles ein wenig. Am nächsten Tag geht es früh an den Strand. Türkisfarbenes Wasser und weißer, weicher Sand. Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zur Wanderung zum Leuchtturm. Bernd von der SY Hullo Poro hilft uns mit unserem Schlauchboot. Es müssen hier weiterhin Ebbe und Flut beachtet werden und der Sand ist so weich, dass selbst unsere Rollen nix bringen. Zu zweit mit Kinder 10 Meter Boot schleppen ist dann eben nicht so leicht.

Nach einer kurzen Strandtour geht es dann hoch auf den Berg bei 30 Grad und blauem Himmel. Eine kleine Straße schlängelt sich durch einen Eukalyptuswald und den Berg rauf mit einem spektakulären Ausblick. Tim hat Freude am Geckos beobachten und ist ganz tapfer. Viele kleine Schritte. Am Leuchtturm angekommen genießen wir einen beeindruckenden Ausblick mit immerhin über 200 Höhenmetern. Das weiter glitzernde Meer und die Islas. Wunderschön. Der Weg war zum Glück Kinderwagen tauglich. Mia hat bergab dann doch mehr Freude. Da sieht Sie mehr und kann „glotzi“ machen 😊. Wir sind stolz auf Tim er hat super mitgemacht und somit ist uns dieser traumhafte Ausflug nicht entgangen.

Unser nun letzter Stopp in Galicien ist Baiona. Wir entscheiden uns zu ankern, da die Marina ausgebucht ist und recht teuer. Eine wunderschöne Stadtkulisse mit einer Festung, welche einen tollen Rundweg haben soll. Wir machen mit unserem Dingi in einer der zwei Marinas fest und fragen ob das in Ordnung ist. Wer fragt verliert. Natürlich nicht. Wir sollen am Strand oder den Treppen an den Mauern festmachen. Somit haben wir schon keine Lust mehr. Dennoch trudeln wir durch die Stadt. Sie ist recht belebt, hat einen schönen Weg am Wasser entlang und kleine Gassen. Am nächsten Tag wollen wir die Burgrunde gehen. Aber irgendwie haben wir keine Ruhe unser Dingi am Strand bei den vielen Menschen und der Flut zu lassen. Also darf Tim hier noch ein wenig baden und zum Ausklang bekommen wir ein Glas Wein mit leckeren selbstgebrannten Cashew Kernen an Bord der SY Sutje, mit der Crew von der SY Lady Blue und Bernd von der SY Hullu Poro. Eine wirklich nette Runde vor schöner Kulisse.

Wir haben aber so langsam eine innere Unruhe. Denn nach 5 Wochen kann es jetzt doch langsam weiter Richtung Süden gehen. Der nächste Schlag sind etwas mehr wie 50 Seemeilen und das Land Portugal erwartet uns. Die Windprognosen sind für die nächsten 10 Tage mehr schlecht als recht. Gemeinsam mit der Sutje und Lady Blue beißen wir in den sauren Apfel und nehmen eine Motorenfahrt ohne Segeln am kommenden Tag in Kauf und auf geht es Richtung Portugal.

Rückblickend ist Galizien ein super schönes Segelrevier. Wir haben alles Richtig gemacht hier soviel Zeit zu verbringen. Auf unserem Weg treffen wir einige, die es nicht weiterzieht, weil Sie so begeistert sind. Für uns sind die Menschen doch relativ „nordisch rauh“ und mit Kindern sind diese Essenszeiten von den Restaurants wirklich schwierig für uns Deutsche.

Die Vorfreude ist jetzt umso größer auf ein neues Land.

Nachtrag:

In Bezug auf unseren letzten Eintrag möchten wir noch sagen, dass die Oma gut in Deutschland angekommen ist. Sie hat sich allen Untersuchungen gestellt und es ist soweit alles in Ordnung. Ein Danke an alle Anteilnahmen und Hilfeangebote.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Marc Juffart

    Hallo aus Frankreich. Auch hier ist es schön Euren Reisebericht zu lesen. Danke für die vielen Fotos und die ausführlichem Berichte. Viele Grüße an die Crew😘

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